Fakeshop erkennen: So prüfen Sie einen Online-Shop vor der Bestellung
Ein unbekannter Online-Shop bietet genau das Produkt an, das Sie suchen – deutlich günstiger als andere Händler. Die Webseite wirkt professionell, zeigt ein Schloss-Symbol, Kundenbewertungen und vielleicht sogar ein Gütesiegel.
Ist der Shop deshalb seriös?
Nicht unbedingt.
Wenn ein Shop mit starkem Preisvorteil, knapper Verfügbarkeit oder Zeitdruck zum schnellen Kauf drängt, nutzen Sie als einfache kognitive Notbremse einen kurzen Drei-Sekunden-Stopp: Bestellen, bezahlen oder persönliche Daten eingeben Sie nicht sofort. Prüfen Sie zuerst Webadresse, Betreiberangaben, Zahlungsarten und unabhängige Hinweise.
SICHERER WEG
Der Drei-Sekunden-Stopp ist keine Sicherheitsgarantie. Er schafft nur den Moment, in dem Sie den Kaufweg unterbrechen und den Shop unabhängig prüfen können.
Fakeshops können heute professionell gestaltet sein und Merkmale verwenden, die normalerweise Vertrauen schaffen. Deshalb sollten Sie einen unbekannten Shop nicht anhand eines einzelnen Details beurteilen. Entscheidend ist das Gesamtbild aus Webadresse, Betreiberangaben, Preisen, Zahlungsarten, externen Informationen und unabhängigen Prüfungen.
DAS WICHTIGSTE IN KÜRZE
- Ein professionelles Erscheinungsbild beweist nicht, dass ein Online-Shop seriös ist.
- Auch Impressumsdaten, Gütesiegel, Bewertungen und andere Vertrauensmerkmale können kopiert oder missbraucht werden.
- Ein einzelnes Warnsignal beweist noch keinen Betrug. Mehrere Auffälligkeiten zusammen sollten Sie jedoch ernst nehmen.
- Prüfen Sie insbesondere Webadresse, Preise, Betreiberangaben, Gütesiegel, externe Bewertungen und Zahlungsarten.
- Der Fakeshop-Finder der Verbraucherzentrale kann eine zusätzliche Einschätzung liefern, ersetzt aber nicht die eigene Prüfung.
- Bleiben nach der Prüfung Zweifel bestehen, bestellen Sie nicht und wählen Sie einen anderen Händler.
- Wenn Sie bereits bestellt, bezahlt oder sensible Daten eingegeben haben, springen Sie direkt zum Akut-Hinweis und prüfen Sie zuerst, was bereits passiert ist.
Haben Sie bereits bestellt, bezahlt oder sensible Daten eingegeben?
Dann ist die reine Vorabprüfung nicht mehr der erste Schritt.
- Nur bestellt, aber noch nicht bezahlt: Leisten Sie keine weitere Zahlung und geben Sie keine zusätzlichen Daten ein, solange der Shop nicht unabhängig geklärt ist.
- Bereits überwiesen oder bezahlt: Kontaktieren Sie Ihre Bank oder Ihren Zahlungsanbieter unverzüglich über einen unabhängig bekannten offiziellen Weg und fragen Sie, welche Möglichkeiten zum Stoppen oder Zurückholen der Zahlung noch bestehen.
- Zahlungs-, Konto- oder Zugangsdaten eingegeben: Öffnen Sie den betroffenen echten Dienst unabhängig von der Shopseite und sichern Sie den Zugang dort. Verwenden Sie keine Kontaktwege aus dem verdächtigen Shop.
- Belege sichern: Speichern Sie Bestellbestätigung, Zahlungsnachweis, E-Mails und aussagekräftige Screenshots, ohne weitere Interaktionen mit dem Shop auszulösen.
Erfolgssignal: Sie haben den Kaufweg verlassen, den betroffenen Zahlungs- oder Kontozugang über einen unabhängig bekannten offiziellen Weg geöffnet und vorhandene Belege gesichert.
Fehlerweg: Können Sie den Zahlungsanbieter oder betroffenen Dienst nicht sicher unabhängig öffnen, führen Sie keine weitere Zahlung oder Dateneingabe aus und nutzen Sie ausschließlich Ihnen bereits bekannte offizielle Kontaktdaten.
1. Was ist ein Fakeshop?
Ein Fakeshop ist eine betrügerische Internetseite, die wie ein echter Online-Shop aufgebaut ist. Ziel ist es, Verbraucher zu einer Bestellung oder Zahlung zu bewegen, obwohl die angebotene Ware beispielsweise nicht geliefert wird oder das Angebot nicht so existiert, wie es dargestellt wird.
Besonders gefährlich ist, dass ein Fakeshop nicht zwangsläufig amateurhaft aussieht. Produktbilder, Texte, Firmenangaben und andere Bestandteile einer echten Webseite können kopiert oder nachgeahmt werden.
Für Sie bedeutet das:
Das Aussehen eines Shops reicht nicht aus, um seine Seriosität zu beurteilen.
2. Warum können Fakeshops seriös wirken?
Ein professionelles Erscheinungsbild ist kein verlässlicher Nachweis für einen seriösen Shop.
Fakeshops können verschiedene Elemente verwenden, die normalerweise Vertrauen schaffen:
- hochwertige Produktbilder,
- professionell gestaltete Seiten,
- Impressumsangaben,
- Gütesiegel,
- positive Bewertungen,
- bekannte Zahlungsarten,
- HTTPS und ein Schloss-Symbol im Browser.
Diese Merkmale müssen einzeln betrachtet jedoch nicht beweisen, dass der Betreiber vertrauenswürdig ist.
Ein Schloss-Symbol zeigt beispielsweise in erster Linie, dass die Verbindung zwischen Ihrem Browser und der Webseite verschlüsselt ist. Es sagt nicht automatisch etwas darüber aus, wer den Shop betreibt oder ob bestellte Ware tatsächlich geliefert wird.
Auch Impressumsangaben oder Gütesiegel können kopiert oder missbräuchlich verwendet werden.
Deshalb ist eine Kombination mehrerer Prüfungen notwendig.
3. Warum reicht ein einzelnes Merkmal nicht?
Viele Merkmale sind für sich allein mehrdeutig.
Ein vorhandenes Impressum, ein sichtbares Gütesiegel, HTTPS oder positive Bewertungen können sinnvoll sein, reichen aber einzeln nicht für eine verlässliche Einschätzung aus.
Dasselbe gilt für Warnsignale.
Ein niedriger Preis muss nicht automatisch bedeuten, dass Sie einen Fakeshop vor sich haben. Eine einzelne schlechte Bewertung beweist ebenfalls keinen Betrug.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht:
„Gibt es ein bestimmtes Merkmal?“
Sondern:
„Welches Gesamtbild ergibt sich aus mehreren unabhängigen Prüfungen?“
Wie unterscheiden Sie ein mehrdeutiges Signal von einem echten Alarmgrund?
| Beobachtung | Einordnung und sicherer nächster Schritt |
|---|---|
| Professionelles Design, HTTPS, Impressum oder Gütesiegel vorhanden | [MEHRDEUTIG / PRÜFEN] Diese Merkmale können echt sein, aber auch kopiert, missbraucht oder technisch korrekt eingerichtet werden. [SICHERER SCHRITT] Prüfen Sie zusätzlich Betreiberangaben, Webadresse, Zahlungsarten und externe Informationen. |
| Einzelner ungewöhnlich niedriger Preis | [MEHRDEUTIG / PRÜFEN] Ein günstiger Preis allein beweist keinen Betrug. [SICHERER SCHRITT] Vergleichen Sie dasselbe Produkt bei mehreren etablierten Händlern. |
| Widersprüchliche Betreiberangaben, unklare Domain oder unerwartet nur Vorkasse | [ALARM / GEFAHR] Mehrere voneinander unabhängige Auffälligkeiten erhöhen den Verdacht deutlich. [SICHERER SCHRITT] Brechen Sie den Bestellvorgang ab und prüfen Sie den Shop über unabhängige Quellen. |
| Grünes Ergebnis eines Prüftools | [MEHRDEUTIG / PRÜFEN] Ein automatisches Tool kann nur eine zusätzliche Einschätzung liefern. [SICHERER SCHRITT] Nutzen Sie das Ergebnis zusammen mit den übrigen Prüfschritten. |
4. Wie kontrollieren Sie die Webadresse?
Ort: Starten Sie in der Adressleiste Ihres Browsers und betrachten Sie die vollständige Shop-Adresse.
Handlung: Lesen Sie die Adresse vollständig und vergleichen Sie sie bei Bedarf mit einer unabhängig geöffneten offiziellen Quelle.
Kriterium: Achten Sie auf vertauschte oder ähnlich aussehende Zeichen, unerwartete Zusätze und eine Domain, die nicht zum erwarteten Anbieter passt.
Erfolgssignal: Sie können die Shop-Adresse eindeutig lesen und mit einer unabhängigen Vergleichsquelle abgleichen.
Fehlerweg: Können Sie die offizielle Adresse nicht unabhängig bestimmen oder bleibt die Domain unklar, raten Sie nicht und bestellen Sie dort nicht.
Beginnen Sie mit der Internetadresse des Shops.
So gehen Sie vor
- Klicken oder tippen Sie in die Adressleiste Ihres Browsers.
- Lesen Sie die vollständige Adresse aufmerksam.
- Achten Sie auf Veränderungen oder Zusätze, die nicht zum erwarteten Anbieter passen.
- Vergleichen Sie die Adresse bei Bedarf mit einer unabhängig gefundenen offiziellen Quelle.
Mögliche Auffälligkeiten können beispielsweise sein:
- vertauschte oder ähnlich aussehende Zeichen,
- zusätzliche Begriffe in der Adresse,
- eine Adresse, die nicht zum genannten Unternehmen passt,
- eine ungewöhnliche Kombination aus Shopname und Domain.
Ein fiktives Beispiel:
shop-rnarkt.example
kann auf den ersten Blick ähnlich wirken wie:
shop-markt.example
Solche Unterschiede müssen nicht zwangsläufig Betrug bedeuten. Sie sind aber ein Grund, genauer hinzusehen.
Eine andere Domainendung wie .com oder .net ist dagegen für sich genommen kein Warnsignal.
HTTPS richtig einordnen
WICHTIG / PRÜFEN
HTTPS und ein Schloss-Symbol zeigen keine Seriosität des Händlers. Sie bestätigen nur eine geschützte Verbindung zu dem in der Adresse genannten Ziel.
Auch ein Fakeshop kann HTTPS verwenden.
Ein Schloss-Symbol im Browser bedeutet deshalb nicht:
„Dieser Händler ist seriös.“
Es bedeutet zunächst nur, dass die Datenübertragung zur Webseite verschlüsselt erfolgt.
Unabhängig vergleichen
Wenn Sie einen bestimmten Anbieter erwarten, suchen Sie dessen offizielle Internetadresse unabhängig vom unbekannten Shop.
Öffnen Sie die Vergleichsquelle nicht über einen Link innerhalb der verdächtigen Webseite.
Woran erkennen Sie, dass es geklappt hat?
Sie vergleichen die Shop-Adresse mit einer Adresse, die Sie unabhängig von der verdächtigen Seite geöffnet oder aus einer bereits bekannten offiziellen Quelle übernommen haben.
Fehlerweg: Können Sie die offizielle Adresse nicht unabhängig bestimmen, raten Sie nicht und bestellen Sie dort nicht.
Wie Sie Internetadressen zusätzlich kontrollieren, erklären wir ausführlich in unserem Ratgeber:
Wie prüfen Sie Links und Webadressen vor dem Klick?
5. Wie vergleichen Sie Preise richtig?
Ort: Starten Sie bei der exakten Produktbezeichnung, Modellnummer, Größe oder Ausführung.
Handlung: Vergleichen Sie dasselbe Produkt bei mehreren etablierten Händlern.
Kriterium: Prüfen Sie, ob der unbekannte Shop deutlich vom üblichen Preisniveau abweicht und ob weitere Warnsignale hinzukommen.
Erfolgssignal: Sie haben einen realistischen Preisvergleich für dasselbe Produkt und dieselbe Ausführung.
Fehlerweg: Ist das Angebot außergewöhnlich günstig und kommen weitere Auffälligkeiten hinzu, bestellen Sie nicht, bevor der Shop unabhängig geprüft ist.
Sehr günstige Preise gehören zu den klassischen Lockmitteln von Fakeshops.
Trotzdem gilt:
Ein niedriger Preis allein beweist keinen Betrug.
So prüfen Sie den Preis
- Notieren Sie die genaue Produktbezeichnung.
- Achten Sie möglichst auch auf Modellnummer, Größe oder Ausführung.
- Suchen Sie dasselbe Produkt bei mehreren etablierten Händlern.
- Vergleichen Sie die Preise.
Ist ein unbekannter Shop bei einem gefragten Produkt deutlich günstiger als mehrere andere Anbieter, sollten Sie genauer prüfen.
Eine feste Prozentgrenze gibt es dafür nicht.
Entscheidend ist die Kombination mit anderen Auffälligkeiten.
6. Wie prüfen Sie Betreiber und Impressum?
Ort: Öffnen Sie den Bereich „Impressum“, „Kontakt“ oder „Über uns“.
Handlung: Prüfen Sie Name, Anschrift, Kontaktangaben, Rechtsform und gegebenenfalls Registerdaten.
Kriterium: Achten Sie darauf, ob die Angaben vollständig, widerspruchsfrei und unabhängig einem realen Unternehmen zuzuordnen sind.
Erfolgssignal: Betreibername, Anschrift und weitere Angaben lassen sich konsistent einem realen Unternehmen zuordnen.
Fehlerweg: Lassen sich die Angaben nicht unabhängig bestätigen oder widersprechen sie sich, behandeln Sie den Shop als ungeklärt und bestellen Sie nicht.
Suchen Sie am unteren Seitenrand oder im Menü nach einem Bereich wie:
- „Impressum“
- „Kontakt“
- „Über uns“
Bei einem geschäftsmäßigen Online-Shop sollten Sie im Impressum insbesondere Angaben zum Anbieter finden.
Dazu gehören je nach Unternehmensform unter anderem:
- Name des Anbieters,
- vollständige Anschrift,
- elektronische Kontaktmöglichkeit einschließlich E-Mail-Adresse,
- bei juristischen Personen Rechtsform und Vertretungsberechtigte,
- bei einer entsprechenden Registereintragung Register und Registernummer.
Prüfen Sie nicht nur, ob Angaben vorhanden sind
Fragen Sie zusätzlich:
- Passt der Firmenname zum Shop?
- Ist die Anschrift vollständig?
- Stimmen Firmenname, Anschrift und andere Angaben miteinander überein?
- Lässt sich das Unternehmen unter dieser Bezeichnung unabhängig finden?
- Wirken die Kontaktmöglichkeiten nachvollziehbar?
Betrüger können echte Firmendaten kopieren.
Deshalb gilt:
Ein vollständiges Impressum ist kein Beweis dafür, dass der Shop seriös ist.
Wenn Sie Zweifel haben, können Sie eine angegebene Kontaktmöglichkeit zusätzlich testen. Eine ausbleibende oder automatische Antwort beweist jedoch ebenfalls keinen Betrug.
Woran erkennen Sie, dass es geklappt hat?
Sie können Betreibername, Anschrift und weitere Angaben widerspruchsfrei einem realen Unternehmen zuordnen.
Fehlerweg: Lassen sich die Angaben nicht unabhängig bestätigen oder widersprechen sie sich, behandeln Sie den Shop als ungeklärt und bestellen Sie nicht.
7. Wie überprüfen Sie Gütesiegel?
Ort: Starten Sie beim sichtbaren Gütesiegel im Shop.
Handlung: Öffnen Sie den Nachweis des Siegelanbieters und prüfen Sie, ob genau dieser Shop dort genannt ist.
Kriterium: Entscheidend ist nicht das Bild des Siegels, sondern ein nachvollziehbarer Nachweis beim tatsächlichen Siegelanbieter.
Erfolgssignal: Der Siegelanbieter bestätigt genau diesen Shop beziehungsweise diese Domain.
Fehlerweg: Führt das Siegel nirgendwo hin, nur zu einer Bilddatei oder bleibt der Nachweis unklar, behandeln Sie das Siegel nicht als Vertrauensbeweis.
Gütesiegel und Prüfzeichen können Vertrauen vermitteln.
Das sichtbare Logo allein reicht jedoch nicht.
Ein Bild kann kopiert und auf einer beliebigen Webseite eingebunden werden.
So überprüfen Sie ein Siegel
- Klicken oder tippen Sie auf das Siegel.
- Prüfen Sie, wohin der Link führt.
- Er sollte zu einer Seite des tatsächlichen Siegelanbieters führen.
- Dort sollte erkennbar sein, dass genau dieser Shop geprüft, zertifiziert oder registriert ist.
Führt das Logo nirgendwo hin oder nur auf eine Bilddatei innerhalb des Shops, sollten Sie das Siegel nicht als Vertrauensnachweis behandeln.
Auch ein korrektes Siegel ersetzt nicht die übrigen Prüfschritte.
8. Wie suchen Sie Bewertungen außerhalb des Shops?
Ort: Öffnen Sie eine neue, vom Shop unabhängige Suche.
Handlung: Suchen Sie nach Shopname, Domain, Erfahrungen und Beschwerden auf mehreren voneinander unabhängigen Seiten.
Kriterium: Achten Sie nicht auf eine einzelne Bewertung, sondern auf wiederkehrende gleichartige Probleme aus verschiedenen Quellen.
Erfolgssignal: Sie haben externe Hinweise aus mehreren voneinander unabhängigen Quellen verglichen.
Fehlerweg: Finden Sie wiederholt gleichartige Beschwerden oder bleiben die externen Informationen widersprüchlich, behandeln Sie den Shop als ungeklärt und prüfen Sie weiter.
Bewertungen direkt im Shop sollten Sie nicht als einzige Informationsquelle verwenden.
Positive Bewertungen können beispielsweise vom Betreiber selbst eingestellt oder anderweitig manipuliert worden sein.
Suchen Sie unabhängig
Öffnen Sie eine neue Suchanfrage und recherchieren Sie nach:
[Shopname] Erfahrungen[Shopname] Beschwerden[Domain] Erfahrungen
Achten Sie besonders darauf, ob sich ähnliche Probleme auf mehreren voneinander unabhängigen Seiten wiederholen.
Beispiele können sein:
- Ware wird nicht geliefert,
- Rückzahlungen bleiben aus,
- Kontakt ist dauerhaft nicht möglich,
- andere Verbraucher warnen vor demselben Shop.
Eine einzelne schlechte Bewertung ist kein Beweis.
Wenn sich jedoch auf mehreren unabhängigen Seiten wiederholt ähnliche Beschwerden finden, ist das ein relevantes Warnsignal.
Auch externe Bewertungen können manipuliert oder unvollständig sein. Betrachten Sie deshalb ebenfalls hier das Gesamtbild.
9. Wie kontrollieren Sie die Zahlungsarten?
Ort: Starten Sie bei den angekündigten Zahlungsarten und gehen Sie anschließend bis zum Zahlungsschritt im Checkout, ohne die Bestellung abzuschließen.
Handlung: Vergleichen Sie die angekündigten mit den tatsächlich verfügbaren Zahlungsarten.
Kriterium: Achten Sie besonders darauf, ob mehrere angekündigte Möglichkeiten verschwinden und unerwartet nur Vorkasse oder Überweisung übrig bleibt.
Erfolgssignal: Die im Shop angekündigten Zahlungsarten sind im Checkout weiterhin verfügbar und stimmen mit der vorherigen Darstellung überein.
Fehlerweg: Verschwindet die Auswahl unerwartet oder bleibt nur Vorkasse, brechen Sie den Bestellvorgang ab und prüfen Sie den Shop erneut unabhängig.
Achten Sie besonders darauf, welche Zahlungsarten beim tatsächlichen Bestellvorgang verfügbar sind.
Ein mögliches Warnsignal ist:
Auf der Webseite werden zunächst verschiedene Zahlungsarten angekündigt. Kurz vor Abschluss der Bestellung bleibt plötzlich nur noch Vorkasse per Überweisung übrig.
So kontrollieren Sie das
- Informieren Sie sich zunächst über die angekündigten Zahlungsarten.
- Legen Sie das gewünschte Produkt in den Warenkorb.
- Gehen Sie bis zum Schritt der Zahlungsart.
- Schließen Sie die Bestellung noch nicht ab.
- Vergleichen Sie die tatsächlich verfügbaren Möglichkeiten mit den vorherigen Angaben.
Wenn entgegen der vorherigen Darstellung nur noch Vorkasse möglich ist, sollten Sie besonders vorsichtig sein.
Vorkasse allein beweist allerdings keinen Betrug.
Das Risiko besteht darin, dass Sie das Geld bereits überwiesen haben, bevor Sie die Ware erhalten.
Verlassen Sie sich auch bei Zahlungsarten mit Käuferschutz nicht auf absolute Sicherheit. Bedingungen und Schutzumfang können je nach Anbieter und Zahlungsart unterschiedlich sein.
Woran erkennen Sie, dass es geklappt hat?
Die im Shop angekündigten Zahlungsarten sind im tatsächlichen Checkout weiterhin verfügbar und entsprechen der vorherigen Darstellung.
Fehlerweg: Verschwindet die angekündigte Auswahl und bleibt unerwartet nur Vorkasse oder Überweisung, brechen Sie den Bestellvorgang ab und prüfen Sie den Shop erneut unabhängig.
10. Wie ordnen Sie AGB und Shoptexte ein?
Auch Allgemeine Geschäftsbedingungen, Versandinformationen und andere Rechtstexte können Hinweise liefern.
Achten Sie beispielsweise auf:
- unterschiedliche Firmennamen,
- eine andere Anschrift als im Impressum,
- widersprüchliche Angaben zu Versand oder Rückgabe,
- offensichtlich unpassende Textteile,
- Hinweise auf ein anderes Unternehmen.
Beispiel:
Im Impressum steht ein Unternehmen aus München, während die AGB mehrfach einen völlig anderen Firmennamen nennen.
Das wäre ein Grund für eine zusätzliche Prüfung.
Sprachliche oder Rechtschreibfehler allein beweisen dagegen keinen Fakeshop.
Professionell aufgebaute Betrugsseiten können sprachlich vollständig unauffällig sein.
11. Wie verwenden Sie den Fakeshop-Finder?
Ort: Öffnen Sie den Fakeshop-Finder der Verbraucherzentrale über dessen offizielle Seite.
Handlung: Fügen Sie die vollständige Shop-Adresse ein und starten Sie die Prüfung.
Kriterium: Lesen Sie nicht nur die Ampelfarbe, sondern auch die zusätzlichen Hinweise und gleichen Sie sie mit Ihrer eigenen Prüfung ab.
Erfolgssignal: Sie haben die Shop-Adresse geprüft und die Ampelbewertung zusammen mit den Hinweisen eingeordnet.
Fehlerweg: Ist das Ergebnis unklar oder widerspricht es anderen Warnsignalen, behandeln Sie ein grünes Ergebnis nicht als Entwarnung und bestellen Sie nicht allein aufgrund der Ampelfarbe.
Die Verbraucherzentrale bietet mit dem Fakeshop-Finder ein zusätzliches Werkzeug zur Einschätzung eines Online-Shops an.
So verwenden Sie ihn
- Kopieren Sie die vollständige Adresse des Shops.
- Öffnen Sie den Fakeshop-Finder der Verbraucherzentrale.
- Fügen Sie die Adresse ein.
- Starten Sie die Prüfung.
- Lesen Sie sowohl die Ampelbewertung als auch die zusätzlichen Hinweise.
Der Fakeshop-Finder arbeitet mit einer Ampellogik.
Grün
Der Shop ist bisher nicht negativ aufgefallen.
Das bedeutet nicht, dass der Shop garantiert seriös ist.
Gelb
Es liegen Auffälligkeiten oder unklare Merkmale vor.
Prüfen Sie den Shop zusätzlich selbst.
Rot
Der Shop weist kritische Merkmale auf beziehungsweise kann bereits als Fakeshop aufgefallen sein.
Die Verbraucherzentrale empfiehlt in diesem Fall, sich für das gewünschte Produkt besser bei einem anderen Shop umzusehen.
Wichtig
Auch ein automatisches Prüfwerkzeug kann Ihnen keine hundertprozentige Sicherheit geben.
Nutzen Sie das Ergebnis deshalb zusammen mit den übrigen Prüfschritten.
12. Was tun Sie bei mehreren Warnsignalen?
Ort: Bleiben Sie außerhalb des Bestellabschlusses und öffnen Sie keine weiteren Zahlungs- oder Dateneingabeschritte.
Handlung: Fassen Sie die Auffälligkeiten aus Webadresse, Betreiberangaben, Preisen, Zahlungsarten, Bewertungen und Prüftool zusammen.
Kriterium: Entscheidend ist nicht ein einzelnes Merkmal, sondern ob mehrere unabhängige Warnsignale gleichzeitig bestehen.
Erfolgssignal: Sie haben den Shop als ausreichend geklärt oder als ungeklärt beziehungsweise riskant eingeordnet, bevor Sie bezahlen.
Fehlerweg: Bleiben Zweifel bestehen oder kommen mehrere Warnsignale zusammen, bestellen Sie nicht und wählen Sie einen anderen Händler.
Sie haben den Shop überprüft und mehrere Punkte wirken auffällig?
Dann ist die sicherste Entscheidung:
Bestellen Sie dort nicht.
Wenn mehrere Warnsignale zusammenkommen
ACHTUNG / SOFORT STOPPEN
Treffen mehrere voneinander unabhängige Warnsignale zusammen oder bleibt der Shop trotz Prüfung ungeklärt, schließen Sie die Bestellung nicht ab und übermitteln Sie keine Zahlungsdaten.
- Brechen Sie die Bestellung ab.
- Geben Sie keine Zahlungsdaten ein.
- Übermitteln Sie keine unnötigen persönlichen Daten.
- Prüfen Sie den Shop nochmals über unabhängige Quellen.
- Nutzen Sie den Fakeshop-Finder.
- Suchen Sie das Produkt bei einem anderen Händler.
Wenn nur einzelne Auffälligkeiten vorhanden sind
Führen Sie weitere unabhängige Prüfungen durch.
Ein einzelnes Warnsignal beweist noch keinen Betrug.
Bleiben jedoch Zweifel bestehen oder kommen weitere Warnsignale hinzu, bestellen Sie nicht.
Denken Sie an die Grundregel
- Niedriger Preis allein = kein Betrugsbeweis.
- Gütesiegel allein = kein Seriositätsbeweis.
- HTTPS allein = kein Seriositätsbeweis.
- Impressum allein = kein Seriositätsbeweis.
- Einzelne negative Bewertung = kein Betrugsbeweis.
- Grünes Prüftool-Ergebnis = keine Garantie.
Die Kombination zählt.
13. Wie kontrollieren Sie einen Online-Shop systematisch Schritt für Schritt?
Ihre Auswahl wird nur in diesem Browser auf diesem Gerät gespeichert.
Wenn bei mehreren Punkten Zweifel bestehen, sollten Sie nicht bestellen.
Welche bereits veröffentlichten MySecureGuard-Anleitungen helfen Ihnen weiter?
| Was möchten Sie prüfen? | Passende MySecureGuard-Anleitung |
|---|---|
| Webadresse und Domain vor dem Klick prüfen | Wie prüfen Sie Links und Webadressen vor dem Klick? |
ZUM SCHLUSS
Ein professionelles Erscheinungsbild, HTTPS und ein eingetragenes Impressum sind keine Seriositätsgarantie. Entscheidend ist das Zusammenspiel aller Merkmale: Prüfen Sie Adresse, Zahlungsarten und Gütesiegel unabhängig – und brechen Sie den Kauf ab, sobald Zweifel bleiben.
Quellen
Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI): Informationen und Empfehlungen zum sicheren Online-Shopping. Abrufdatum: 05.10.2026.
URL: https://www.bsi.bund.de/DE/Themen/Verbraucherinnen-und-Verbraucher/Informationen-und-Empfehlungen/Online-Banking-Online-Shopping-und-mobil-bezahlen/Online-Shopping/Worauf-beim-Online-Einkauf-zu-achten-ist/worauf-beim-online-einkauf-zu-achten-ist.html
Verbraucherzentrale: Abzocke online: Wie erkenne ich Fakeshops im Internet?. Abrufdatum: 05.10.2026.
URL: https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/digitale-welt/onlinehandel/abzocke-online-wie-erkenne-ich-fakeshops-im-internet-13166
Verbraucherzentrale: Fakeshop-Finder: Prüfen Sie, ob ein Online-Shop seriös ist. Abrufdatum: 05.10.2026.
URL: https://www.verbraucherzentrale.de/fakeshopfinder-71560
Polizei Nordrhein-Westfalen – Kriminalprävention: Informationen zu Fake-Shops. Abrufdatum: 05.10.2026.
URL: https://praevention.polizei.nrw/cyberkriminalitaet/betrug-im-netz/vorsicht-fake-shops